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Maria Peschek

 

So • 03.10.10 • 20:00 Uhr • Kabarett




Bislang überließ es Maria Peschek in ihren Kabarettprogrammen der Ratschen Paula Pirschl sich zu den heiklen Fragen des Lebens und Miteinanderlebens lautstark zu Wort zu melden und dem Gelächter auszusetzen. In diesem Programm verlässt sie die ausgetretenen Pfade, geht neue Wege und verzichtet auf die Schürze - aus Gründen der Eitelkeit und weil diese angefangen hat zu ihr zu passen. Wir hören komische Geschichten darüber, wieso sie wie viele ihrer Zeitgenossen grundsätzlich ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie kontrolliert wird und sie stellt uns die Frage, wann es denn bitteschön die ideale Familie überhaupt gegeben haben soll, deren Verlust alle so bitter beklagen. Wann soll denn das gewesen sein? Sie schlägt sich herum mit seltsamen Sicherheitsvorkehrungen, Terrorangst, dem Internet, Vergesslichkeit und Altersdemenz und hat ungewöhnliche Vorschläge zur Gewaltprävention. Einer der Höhepunkte ist das gemeinsame Malerlebnis. Sie nennen mir ihr globales oder privates Lieblingsproblem, ich bringe es in Form und Farbe. Am Schluss wird dieses Gemälde von Mike (der mit der Lederjacke) für einen guten Zweck versteigert.

Kabarettpreis der Landeshauptstadt München 2009 an Maria Peschek.



(12. März) Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in seiner heutigen Kulturausschuss-Sitzung das Votum der Jury bestätigt, den mit 6.000 Euro dotierten Kabarettpreis der Landeshauptstadt München 2009 an Maria Peschek zu vergeben. Der Kabarettpreis wird seit 1994 – seit 2001 biennal im Wechsel mit dem Tanzförderpreis - verliehen. Ausgezeichnet werden künstlerisch herausragende Leistungen in den Kreativbereichen des Kabaretts und der Kleinkunst.



Die Jury begründete ihr Votum wie folgt:



„Maria Peschek ist unbestritten eine Galionsfigur des Frauenkabaretts. Mit ihrer Bühnenfigur Paula Pirschl hat die waschechte Münchnerin den Prototyp der bayerischen Ratschkathl zum Leben erweckt, eine Person geschaffen, die die verborgenen Seiten in uns offenbart. Denn wenn die Paula über die Entmenschlichung unserer Gesellschaft schimpft, kritisiert sie nicht nur festgefahrene Systeme, sondern jeden Einzelnen - jeden, der sich verstecken will hinter einer Wand des Schweigens, des sich Nicht-Einmischens.


Mehr als zwanzig Jahre kommentierte die gelernte Kindergärtnerin und Schauspielerin Peschek scharfzüngig Politik und Gesellschaft. Immer mit einem subtilen Blick auf das Wesentliche, aber Berührbare. Vielseitig ist die Peschek, wandelbar. Schreibt Theaterstücke, führt Regie, macht auch mal den Clown (wie in Beppi und Charlie mit Annette Spola). In ihrem aktuellen Solo Und wer ist schuld verlässt sie ihre bewährten Pfade, hängt Paulas Schürze einfach an den Nagel. Selbstironisch und geistreich experimentiert sie mit neuen satirischen Darstellungs- und Vermittlungsformen - mal wunderbar poetisch, mal bitterböse. Pescheks literarische Qualität und darstellerische Kraft zeigen sich vor allem da, wo die Geschichte, die sie uns erzählt, unsere eigene wird, weil sie verdammt nah dran ist an der Wirklichkeit, an Liebe und Schmerz.


Maria Peschek ist sich immer treu geblieben, verweigerte sich massenkompatiblen Kompromissen. Sie ist sie. Das ist ihre unglaubliche Stärke. Auch dafür gebührt ihr der Münchner Kabarettpreis.“



Der Preis wurde am 27. Mai von Bürgermeisterin Christine Strobl im Rahmen einer geschlossenen Feier in der „Pasinger Fabrik“ vergeben.


Preis/Stück: 13,00 €

 
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